Anders als gedacht…

… und trotzdem gut!

Letztens war so ein Tag, an dem mir irgendwie nichts gelingen wollte!
Solche Tage gibt es einfach, da hilft nur Gelassenheit 😉

Aber jetzt ganz von vorne, damit ihr mich auch versteht!
Ich hatte mir vorgenommen, etwas zu backen.
Eigentlich schon vorgestern, aber da ich weder Eier noch im Haus hatte,
musste ich dieses Vorhaben notgedrungen verschieben,
aber nach meinem Einkauf gestern hab ich mich gleich ans Werk gemacht!
Entschieden hab ich mich für einen mallorquinischen Mandelkuchen,
denn von der Weihnachtsbäckerei hatte ich noch gemahlene Mandeln übrig.
In dem tollen Backbuch ‚Zucker, Zimt und Liebe’von Virginia Hostmann
hab ich dann ein Rezept gefunden, an dem ich mich orientiert hab.
Das Rezept ist total simpel und besteht im Prinzip aus drei Grundzutaten:
Eier, Mandeln und Zucker.
Ich hab außerdem, wie auch Jeanny vorgeschlägt, Zitronenabrieb zugegeben.
Und ein Prise Zimt, denn Zimt geht immer!

Ich hab also angefangen, die Eier zu trennen, sieben sollten es sein.
Das klappte wunderbar, bis zum 5. Ei.
Da ‚flutschte‘ das Eigelb ganz frech mit in die Schüssel mit den Eiweißen.
Zum Glück war es nicht kaputt! Schnell rausgefischt und weiter gehts!
Beim nächsten Eigelb hatte ich nicht so viel Glück,
sodass die sechs Eiweiß unbrauchbar waren, zumindest für meinen Kuchen.
Was jetzt? Einen anderen Kuchen backen?
Aber wofür braucht man schon sechs Eier?
Also hab ich die Eier in eine Tupperschüssel gepackt und beschlossen,
dass es Rührei zum nächsten Frühstück gibt.
Schnell die Schüsseln gespült und abgetrocknet und nochmal auf Anfang.
Diesmal hat die Trennerei auch ohne Zwischenfälle funktioniert!
Zum Glück, denn für einen dritten Versuch hätten meine Eier nicht mehr gereicht :-O

Nach einigen kleineren Zwischenfällen (fast hätte ich Pfeffer statt Zimt in den Teig gegeben, denn ich hatte die Dosen verwechselt, beim bemehlen der Form hab ich die Küche gleich mit bestäubt und beim Einfüllen des Teigs in die Form gab es ziemliche Sauerei) war der Kuchen dann sicher im Ofen. So weit, so gut!

Nun also backen und dann gut auskühlen lassen. Erledigt!

Beim Lösen des Kuchens aus der Form dann das Desaster:
Der Kuchen bricht und ist nicht mehr zu retten!
Und jetzt?
Zusammenpuzzeln und mit Schokolade überziehen?
Ein Dessert im Glas draus machen, mit gekrümeltem Boden und Creme?
Nein, das wollte ich nicht!
Letztendlich hab ich mich entschieden, Cakepops zu machen.

Die sind mir dann am Ende auch geglückt und ich war zufrieden!

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Nun zum Rezept…

Mallorquinischer Mandelkuchen

Zutaten für eine große Gugelhupfform:
7 Eier (getrennt)
300 g Puderzucker
375 g gemahlene Mandeln
Abrieb einer Zitrone
nach Belieben 1 Teelöffel Zimt

Zubereitung:
Die Eier trennen.
Zuerst in einem sauberen Gefäß das Eiweiß steif schlagen.
Das Eigelb zusammen mit Puderzucker, Zimt und Zitronenabrieb
mit dem Rührgerät richtig schön schaumig schlagen!
Dann die Mandeln vorsichtig auf die Eigelbmasse geben
und anschließend sofort den Eischnee oben drauf.
Nun wird alles mit einem Teigschaber ganz vorsichtig (!) verrührt.
In eine gefettete und bemehlte Form geben
und im vorgeheizten Backofen (180°) backen-
Die Backzeit hängt von der Form, die ihr gewählt habt und von eurem Backofen.
Mit der Stäbchenprobe könnt ihr aber leicht überprüfen,
ob euer Kuchen fertig ist oder ob ihr ihm noch ein bisschen Zeit gönnen solltet!

Aus dem Ofen nehmen und gut auskühlen lassen!

Sollte euer Kuchen auch brechen, stellt folgende Zutaten für die Cakepops bereit:
1-2 Eßlöffel Nutella
1-2 Eßlöffel Frischkäse
Kuvertüre (ca. 400 g hatte ich etwa)
Streusel (z.B weiße Zuckerstreusel, Krokant und gemahlene Mandeln)
Optional: Krokant zum in den Teig mischen und Kirschen (aus dem Glas)

Zubereitung:
Kuchen gut zerbröseln und mit Nutella und Frischkäse verkneten.
Nach Belieben zu einem Teil etwas Krokant zugeben.
Kugeln formen (ich hab  25 g abgewogen) und für etwa 30 Minuten kühlen.
Für Cakepops mit Kirschen, sollten Kirsche und Teig zusammen 25 g ergeben.
Kirsche vorsichtig mit Teig ‚ummanteln‘ und zur Kugel formen.
Diese Kugeln müssen ebenfalls gut gekühlt werden!
Kuvertüre in einem Gefäß schmelzen, Kugeln überziehen
und abtropfen lassen, vorsichtig auf ein Backpapier setzen und dekorieren.
Gut auskühlen lassen und genießen!

Eine gute Nacht wünsch ich euch!
Judith

Eigentlich wollte ich…

Ein guter Titel für den ersten Post im neuen Jahr, oder?
Am dritten Tag des neuen Jahres bricht man doch nicht schon Vorsätze!
Oder tut Dinge, die man eigentlich nicht tun wollte.

Ich kann euch beruhigen-
Mit dem ABER, das jetzt nach dem EIGENTLICH kommt,
hab ich keinen Vorsatz gebrochen und auch nichts getan,
was ich nicht tun wollte 🙂
Ich hab nur meinen Plan etwas geändert.

Und jetzt zum Ende des Satzes:
Eigentlich wollte ich gestern ja nur schnell eine Hühnersuppe kochen,
aber am Ende wurde es doch leckeres Hühnerfrikasse 🙂
Ich hab eine Brühe angesetzt, gekocht und als ich das Hühnchen rausgenommen hab,
ist es schon in kleine Stücke zerfallen, da hab ich spontan beschlossen,
ein Frikasse draus zu machen.
Das gabs heute zum Mittagessen. Lecker!

Auf dem Foto sieht man gar nicht so viel vom Hühnchen und der Soße.
Alles Ton in Ton.
Aber ich hab bewusst beschlossen, die Soße ganz einfach zu halten.
Ohne Pilze, ohne Erbsen und auch ohne Karotten.
Nur das zarte Hähnchenfleisch, das beinahe von alleine verfällt!
Dafür gabs einen Salat dazu, mit Tomaten und zweierlei Kresse,
die hat wunderbar dazu gepasst, mit der leichten Schärfe.
Als Beilage gab es Basmatireis.

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Hühnerfrikasse mit Reis und Salat

Zutaten für vier Personen:
4 große Hähnchenschenkel
2 Zwiebeln
4 Möhren
1 große Pastinake
1/2 Sellerieknolle (klein)
Salz und Pfeffer
ggf. selbstgemachtes Brühpulver

2 Eßlöffel Butter
2 Eßlöffel Mehl
200 ml Sahne
50 ml Weißwein

2 kleine Tassen Reis
1 Stück Butter
1 Zwiebel
1 Teelöffel selbstgemachtes Brühpulver

Salat (Menge nach Belieben)
2 verschiedene Sorten Kresse
Tomaten
Salatsoße (bei mir war es ausnahmsweise die Honig-Senfsoße von ‚Zum Dorfkrug)

Zubereitung:
Die Hähnchenschenkel in einen großen Topf geben
und zusammen mit den geschälten und geviertelten Zwiebeln in Öl kurz anbraten.
Nun mit Wasser (ca.1250ml) ablöschen.
Jetzt das restliche Gemüse (geschält, aber nicht zerkleinert) zugeben.
Gute wäre, wenn es komplett mit Wasser bedeckt ist.
Köcheln lassen, bis das Gemüse bissfest ist, das Gemüse herausnehmen
und den Rest auf etwa 750ml einreduzieren lassen.
Die Brühe nach Geschmack würzen.

In der Zwischenzeit alle Zutaten für den Salat vorbereiten.

Jetzt die Zwiebel für den Reis schälen und fein schneiden.
Ein Stück Butter in einem kleinen Topf zerlassen und die Zwiebel andünsten.
Den Reis zugeben und dünsen, bis er glasig ist.
Mit 4 Tassen Wasser ablöschen, das Brühpulver zugeben,
alles zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren und köcheln lassen,
bis das komplette Wasser verkocht ist.
Dabei bitte nicht rühren!

Während der Reis kocht das Hühnchen aus der Brühe nehmen
und diese durch ein Sieb passieren.
In einem Topf die Butter für die Soße zerlassen, das Mehl zugeben,
gut rühren, damit keine Klümpchen entstehen und dann mit der Brühe,
der Sahne und dem Wein ablöschen, abschmecken und kurz aufkochen.
Das Hähnchen in kleine Stücke zupfen und in die Soße geben.

Alles auf Tellern anrichten und sofort servieren!

Guten Apetitt!

Ich wünsche euch allen ein wunderbares, schönes uns gesundes neues Jahr!
Judith

Die Vorspeise mit WOW-Effekt

Lang, lang ist er her, mein letzter Blogbeitrag!
Ich hatte schon Ende November Plätzchen gebacken,
die ich euch hier zeigen wollte,
allerdings waren die sooo schnell weg,
dass daraus, wie ihr sicher bemerkt hab, nichts wurde 😉
Diese Woche hab ich nochmal Plätzchen gebacken-
Die zeig ich euch im Laufe der nächsten Woche!

Heute zeig ich euch eine alte und eine neue große Liebe.
Die Geschichten dazu will ich euch aber auch nicht vorenthalten…

Zuerst zur alten riesengroßen Liebe-
Letztes Jahr,  Anfang Dezember habe ich einen Granatapfel gekauft,
ohne vorher zu wissen, was ich damit machen möchte.
Irgendwann hab ich ihn dann zu einem Salatdressing verarbeitet,
was ich seither ganz oft mache,
wenn ich einen Granatapfel in die Finger bekomme.
Ehrlich gesagt, mache ich aus Granatäpfeln selten etwas Anderes 😀
Und, egal wo mein Salat mit dem Granatapfeldressing probiert wird,
die Begeisterung ist eigentlich immer ganz groß!

Und meine neue große Liebe hab ich gestern entdeckt!
Gestern durfte ich für 30 Personen kochen. Es gab 4 Gänge.
1. Vorspeise: Kürbissuppe mit Pesto-Blätterteigstangen
(https://wirbelinmeinerkueche.wordpress.com/2015/10/17/der-herbst-ist-da/)
2. Vorspeise: Ziegenkäse auf Salatbett mit Granatapfeldressing
Hauptgang: Gebratener Zander auf Weißweinrisotto mit Brokkoli
Dessert: Bratapfel mit Käsekuchenfüllung und Karamellsoße

Den Ziegenkäse für den Hauptgang wollte ich in Speck einwickeln
und dann in heißem Fett knusprig anbraten.
Beim Einkaufen hab ich versehentlicherweise Frischkäse erwischt.
Und weil ich Angst hatte, dass mir der Frischkäse davonläuft,
hab ich kurzerhand beschlossen, den Käse zu panieren
und den Speck seperat zu braten und über den Salat zu streuen.
Im Nachhinein war ich froh, dass ich beim Einkauf so Unachtsam war!

Weil ich gestern gar nicht zum fotografieren kam,
hab ich heute den Salat gleich nochmal gemacht ❤
Extra für euch! Nein, das stimmt nicht…
Natürlich hab ich ihn auch für mich gemacht 🙂

Und jetzt bekommt ihr das Rezept!
Und ein Foto natürlich!
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Gebackener Ziegenkäse auf Salat
mit Granatapfel-Johannisbeerdressing
(für 8 Personen)

Zutaten:
Salat nach Wahl, Menge nach Belieben
(ich rechne als Beilage für 10 Personen 1 großen oder 2 kleine Salatköpfe)

Pro Person 2-3 Ziegenfrischkäsetaler
Pro Käsetaler 1 Eßlöffel Paniermehl
Etwas schwarzen Kümmel (bekommt ihr im türkischen Laden)
Salz und Pfeffer
Pro 2-3 Eier (1 Ei reicht für 8 Käsetaler)
Ein Schuss Milch
Olivenöl und ein gutes Stück Butter
2 Zweige Thymian
1 Zweig Rosmarin

1 Granatapfel
200 ml Saft von schwarzen Johannisbeeren
100 ml Olivenöl
150 ml heller Balsamicoessig
1 Teelöffel Waldhonig
1 Teelöffel Senf
Salz und Pfeffer
Eine Prise Curry

Optional:
Pro Person eine Scheibe Bacon
Pinienkerne

Zubereitung:
Salat in mundgerechte Stücke zupfen, waschen
und wenn möglich schleudern oder gut abtropfen lassen.

Die Eier mit einem Schuss Milch verquirlen.
Paniermehl mit Schwarzkümmel, Salz und Pfeffer mischen
und auf einen flachen Teller legen.
Die Käsetaler in die Eimasse tunken und in Paniermehl wenden.

Jetzt den Granatapfel halbieren und über eine tiefe Schüssel halten.
Mit einem Löffel so lange darauf klopfen, bis die Kerne draußen sind.
Alle übrigen Zutaten zugeben und gut verquirlen.

Den Salat auf Tellern anrichten.

Nun Butter und Olvenöl in eine heiße Pfanne geben,
dazu auch die Zweige von Thymian und Rosmarin.
Wenn das Fett heiß ist, werden die Taler hineingegeben
und goldbraun von beiden Seiten angebraten.

Jetzt Salatsoße über den Salatgeben, die Taler darauf und schnell servieren!

Lasst’s euch schmecken!

Geschenkte Augenblicke

Es gibt so viele Zitate oder Redensarten, von denen man denkt:
„Ja genau, das stimmt!“
Aber in der Realität ist das alles dann doch nicht so einfach…
Das Wissen allein reicht eben nicht- Man muss es auch umsetzen!

Ein solches Zitat ist beispielsweise
Verweile nicht in der Vergangenheit,
träume nicht von der Zukunft-
Konzentiere Dich auf den Augenblick!
Das ist übrigens, etwas anders formuliert, eins meiner Lieblingszitate.
Vergangenheit ist Geschichte,
die Zukunft ein Geheimnis
aber jeder Augenblick ist ein Geschenk!

Wie leicht zitiert man Zitate oder Redewendungen,
aber wie oft wendet man(n und frau) sie dann tatsächlich an?

Auch wenn ich genau weiß, dass jeder Augenblick ein riesiges Geschenk ist
und es keine Selbstverständlichkeit ist, gesund zu sein, in Frieden zu leben,
alles zu haben, was man zum Leben braucht und sogar noch viel mehr,
vergesse ich sooooo oft, dafür dankbar zu sein und die Augenblicke zu genießen…

Wie es wohl wäre, wenn wir es schaffen würden, jeden Moment zu genießen?
Wenn wir in Schwierigkeiten Chancen sehen,
uns nicht von äußeren Umständen aus der Ruhe bringen
oder von der Meinung Anderer unter Druck setzen lassen würden?
Wie unser Leben dann wohl wäre?

Da fällt mir die Geschichte von dem alten Mann und den Bohnen ein…
Kennt ihr die? Wenn nicht, wird es Zeit!

Der Mann mit den Bohnen
Als der alte Mann gefragt wurde, warum er so zufrieden und fröhlich sei, berichtete er nach kurzem Zögern von einer alten Gewohnheit. Er verließ sein Haus nie ohne eine Handvoll Bohnen in seine Tasche zu stecken. Das tat er nicht etwa, um sie zu kauen, oder damit um sich zu schmeißen, sondern um die schönen Momente des Tages bewusster wahrzunehmen und sie besser zählen zu können. Für jede noch so kleine Situation, die ihn erfreute, ließ er eine Bohne von der rechten in die linke Tasche wandern. Das waren zum Beispiel: Ein freundliches „Guten Morgen“, eine spannende Diskussion mit seinem Neffen über den Sinn der Hausaufgaben, ein besonders schön gelungenes Stück seiner Schreinerarbeiten oder das herzhafte Lachen seiner Frau oder das leckere Mittagessen. Abends legte er die Bohnen seiner linken Tasche vor sich hin und zählte sie. Er führte sich dabei jede einzelne Situation noch einmal vor seine inneren Augen, freute sich, genoss sie ausführlich und nahm sie tief in sich auf. Zum Schluss meinte er: Diese unzähligen Freuden von Gott hätten ihm Kraft gegeben, all die schwierigen und schweren Stunden seines Lebens durchzustehen, daraus zu lernen – und sie dann loszulassen.

Vielleicht sollten wir alle auch mal eine Handvoll Bohnen einstecken…
Wovon wir wohl am Ende des Tages berichten würden?
Vielleicht davon, dass wir ausschlafen konnten, gesund sind, von leckerem Müsli mit frischem Obst zum Frühstück, von einem Weg zur Arbeit ohne Stau, von einem Kind, dass zum ersten Mal alleine seine Jacke angezogen hat, von tollen Kollegen, einem gelungenen Fest, von strahlenden Kinderaugen, einem von Herzen kommenden ‚Ich hab Dich lieb!‘, von strahlendem Sonnenschein, einer Karte von einem lieben Menschen, einer gemütlichen Couch, einem warmen Bett, einem schönen Nachmittag mit Nichten und Neffen…
Und mit Sicherheit gäbe es noch viel mehr!

Heute würde ich euch auf jeden Fall von einem leckeren Essen berichten,
von einem richtigen ‚Sonntagsessen‘!
Und von einem Zitat, das mir beim Kochen in den Sinn kam
und das der Anlass zu diesem Blogbeitrag war.

Die Geschichte dazu muss ich euch erzählen, damit ihr mich besser versteht…
Am Freitag nach dem Laternenfest in ‚meiner‘ Kita war ich noch einkaufen.
Beim Metzger gab es Rindergulasch im Angebot
und ich hab kurzerhand welches mitgenommen und beschlossen,
am Samstag für Sonntag Gulasch vorzukochen!
Also wanderte nicht nur das Fleisch in den Korb,
sondern auch noch Karotten, Champignons und Spätzlemehl.
Alles andere, was für mein Sonntagsessen nötig war, hatte ich zu Hause.
Am Samstagabend machte ich mich also ans Werk.
Zwiebeln schälen, grob schneiden, die Karotten ebenso.
Zwiebeln anbraten, Fleisch dazu, Karotten auch.
Tomaten abziehen, zugeben, kurz mitbraten, Wasser drüber…
Und jetzt warten. Lange warten.
Denn: „Gut Ding will Weile haben!“
Das Gulasch stand also auf dem Herd und sollte die Zeit bekommen,
die ein gutes Gulasch eben braucht!
Es köchelte so vor sich hin und fing an, wunderbar zu duften…
Mir lief das Wasser im Mund zusammen!
Nach etwa zwei Stunden Kochzeit hab ich es nicht mehr ausgehalten!
Ich hab die Karotten aus der Soße gefischt und gegessen.
Dann hab ich kurzerhand neue Karotten geschält und sie in die Soße gegeben 😀
Gut Ding will Weile haben…
Wieder eine Redewendung, die leichter gesagt als umgesetzt ist…
Auch wenn beim Essen heute bewiesen wurde, dass sie stimmt!
Gut Ding (= Gulasch) will Weile haben (= mindestens vier Stunden Kochzeit)!

Auf das Foto und ein Rezept lass ich euch aber nicht mehr warten…
Das folgt jetzt!

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Rindsgulasch

Zutaten:
Butterschmalz
4 Zwiebeln (große!)
500 g Rindergulasch
5 große Karotten
6 Tomaten
1 Eßlöffel Tomatenmark
1 gehäufter Teelöffel rosenscharfes Paprikapulver
1 gehäufter Teelöffel edelsüßes Paprikapulver
150 ml Rotwein
Salz und Pfeffer
1 gehäufter Teelöffel Majoran
300 g braune Champignons

Zubereitung:
Butterschmalz in einem Topf zerlassen.
Zwiebeln schälen, grob schneiden und darin anbraten, bis sie braun werden,
dann das Fleisch zugeben und ebenfalls gut anbraten!
Die Karotten schälen und in grobe Stücke schneiden (aus einer Karotte 3)
und auch in den Topf zu Zwiebeln und Fleisch geben.
Tomaten kreuzförmig einschneiden und mit kochendem Wasser übergießen.
Haut abziehen, die Tomaten halbieren und auch in den Topf geben.
Eine Kanne mit Wasser und den Rotwein bereitstellen.
Wenn alles gut angebraten ist, Tomatenmark und Paprikapulver zugeben.
Gut umrühren und dann sofort mit Wasser und Rotwein ablöschen.
Die Flüssigkeit sollte die Gemüse und Fleischstücke nicht nur bedecken,
sonder es sollte noch etwas mehr Flüssigkeit sein!
Mit Salz, Pfeffer und Majoran würzen.
Nun ist Warten angesagt!
Bei geschlossenem Deckel warten, bis das Gulasch kocht,
dann die Temperatur zurückstellen und das Gulasch köcheln lassen.
Wenn die Karotten weich sind, könnt ihr sie herausnehmen
und beiseite legen, damit sie später kleingeschnitten
und wieder ins Gulasch gegeben werden können!
Das Gulasch wird nun etwa dreieinhalb Stunden gekocht,
dann kommen die gesäuberten und geviertelten Champignons dazu.
Eine weitere Stunde kochen, abschmecken und fertig!
Eingedickt werden muss die Soße nicht,
denn durch die lange Kochzeit wird sie wunderbar sämig.

Ich sag euch, das Warten und lange kochen lassen lohnt sich!
Das Gulasch schmeckt fantastisch!
Dazu passen Spätzle, Bandnudeln oder Knödel.
Übrigens, wer ein Spätzlerezept sucht, findet es hier:
https://wirbelinmeinerkueche.wordpress.com/2015/09/19/heut-gibts-spaetzle-schaetzle/

Habt einen schönen Sonntag!
Judith

Eine besondere Torte…

… für ein besonderes Fest!

Meine Nichte hat am Sonntag ihren ersten Geburtstag gefeiert
und dafür musste es natürlich ein besonderes Törtchen sein!
Nach langem Hin und Her habe ich mich entschossen,
dass es eine schokoladige Torte werden soll und nichts ‚ultrafruchtiges‘.
Und ich wollte meine Torte mit einer Süßigkeit verfeinern, aber mit welcher?

Am Ende hab ich mich für einen Haselnuss-Nougat-Boden entschieden
und eine leckere Creme mit Ferrero Rocher und Nutella ❤

Als Besonderheit hab ich für oben und unten einen dünnen Boden gebacken
und den mittleren Teil der Torte hab ich gewickelt.
Das war gar nicht so einfach, da der Boden sehr fluffig und locker war
und mir an ein paar Stellen etwas gerissen ist und deshalb schief wurde,
zum Glück aber nur an ein paar kleinen Stellen!
Am Ende war das Ergebnis aber ganz passabel und ich war zufrieden,
denn ich hatte vorher noch nie eine Wickeltorte gemacht…
Außen hab ich die Torte eher schlicht gehalten, sie mit einer Creme bestrichen
und mit feinen Schokospritzern und Rocherkugeln dokoriert.
(Das Bild ist zwar nicht das Beste, aber ich denke man sieht in etwa,
was ich oben beschrieben habe und ich hoffe, ihr lasst euch davon nicht stören!)

Die Torte war übrigens total lecker und wer Nougat und Rocher mag,
wird diese Torte sicher auch mögen!
Ich mochte auch die Kombination mit der Mango,
allerdings meinten einige Gäste, Birne würde besser passen.
Ihr könnt natürlich auch ganz auf das Obst verzichten-
Gesund wird DIESE Torte dadurch auch nicht mehr 😀
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Rochertorte mit Nuss-Nougat-Boden

Zutaten für die Böden:
300 g Butter
450 g Rohrohrzucker
8 Eier
375 ml Buttermilch
300 g gemahlene Haselnüsse
225 g Mehl
30 g Kakao
1 1/2 Tl Backpulver
1 Tl Natron
1 Prise Salz
300 g Nougat
75 g Zartbitterschokolade

Zutaten für die Creme:
500 g Mascarpone
2 Becher Schlagsahne
2 Packungen Sahnesteif
3-4 Eßlöffel Nutella
15 Rocherkugeln
1 Mango

Für die Deko:
2 Becher Sahne
2 Packungen Sahnesteif
2 Eßlöffel Nutella
etwas Zartbitterschokolade
12 Rocherkugeln

Zubereitung:
Für die Böden zuerst die Haselnüsse in einer Pfanne anrösten (ohne Fett!)
und zum Auskühlen beiseite stellen, damit sie dann weiterverwendet werden können!
Danach die Schokolade und den Nougat schmelzen und auch beiseite stellen.
Jetzt die weiche Butter mit dem Zucker schaumig rühren (10 Minuten etwa).
Die Eier trennen und das Eiweiß beiseite stellen.
Die Eigelb nach und nach zu der Butter-Zucker-Masse geben
und zwischendurch immer gut rühren, damit die Masse richtig fluffig wird!
Nun kommt die Buttermilch dazu und wird untergerührt.
Die trockenen Zutaten (außer die Nüsse) sieben und mischen.
Diese Mischung nun vorsichtig unterziehen (am besten mit einem Teigschaber)
und danach die geschmolzene Schoko-Nougat-Masse.
Zuletzt wird das Eiweiß zu Schnee geschlagen und untergezogen.
Die Masse nun in drei (etwa gleich große) Portionen teilen.
Zwei Teile werden auf je einem Backblech gebacken (nacheinander)
und später mit Creme bestrichen, in Streifen geschnitten und aufgewickelt.
Der dritte Teil wird in einem Tortenring gebacken und später in 2 Böden geschnitten.
Die Backzeit variiert je nach Ofen, die runde Form hat bei mir (200°C)
25 Minuten gedauert, die Backbleche waren etwa 18 Minuten im Ofen.
Macht einfach die Stäbchenprobe 😉

Für die Creme müsst ihr nicht viel machen.
Die Rocher werden ausgepackt und gut zerdrückt (mit dem Rührlöffel)
dann wird die Mascarpone und das Nutella untergerührt.
Die Sahne wird mit dem Sahnesteif steifgeschlagen und untergehoben.
Zuletzt kommt die feingewürfelte Mango dazu.

Jetzt fängt die Arbeit an, die etwas Fingerspitzengefühl erfordert.
Der runde Boden (gut ausgekühlt) wird in der Mitte geteilt.
Ein Teil legt ihr beiseite, das Andere auf eine Kuchenplatte.
Jetzt braucht ihr die viereckigen Böden.
Bestreicht diese (nicht zu dick) mit der Creme.
Jetzt wird das Ganze (der Länge nach) in vier Streifen geschnitten.
Wer eine höhere/niederere Torte möchte macht einfach mehr/weniger Streifen.
Nun werden die Streifen nach und nach aufgewickelt,
angefangen in der Mitte des unteren Tortenbodens auf der Kuchenplatte.
Feritg seid ihr, wenn der gewickelte Teil so breit ist wie euer Boden.
Nun macht ihr wieder den Ring um die Torte und füllt oben die Lücken mit Creme.
Darauf kommt dann der zweite Boden.
Stellt den Kuchen nun für etwa eine halbe Stunde in den Kühlschrank.

In der Zwischenzeit könnt ihr die Deko vorbereiten.
Dazu 2 Becher Schlagsahne mit dem Sahnesteif schlagen.
Kakao zugeben, kurz bevor die Sahne fertig ist.
Nun noch das Nutella unterziehen.

Den Kuchen je nach Wunsch glatt oder etwas ‚wellig‘ mit der Sahne bestreichen.
Schokolade schmelzen und die Torte damit bespritzen (mit einer Gabel geht das gut).
Die Rocherkugeln auspacken und auf die Torte legen.
Fertig!

Ich würd mich freuen, wenn ihr die Torte ausprobiert
und mir vielleicht sogar ein Bildchen schickt 🙂

Liebe Grüße,
Judith

Gar nicht so einfach…

Es ist gar nicht so einfach, für Kinder zu kochen.
Vor allem nicht für mehrere Kinder,
die alle etwas anderes mögen oder eben nicht mögen.
Ganz schön schwierig wird es, wenn es um Gemüse geht.
Der eine mag keine Zucchini, der andere keine Tomaten
und der nächste isst überhaupt gar kein Gemüse!
Da braucht man gute Nerven und ein bisschen Fantasie 🙂
Und ganz viel Geduld!

Aber ein Gericht, das wirklich die meisten Kinder, die ich kenne, gerne mögen,
ist eine Tomatensoße (in die ich immer ein bisschen Gemüse schmuggle)
mit leckeren Brätkügelchen- Dazu Pasta oder auch Gnocchi: Lecker!
Und nicht nur die Kinder sind glücklich, denn dieses Gericht ist schnell gemacht
und schmeckt auch den meisten Erwachsenen sehr gut 🙂

Einige Tipps für alle, die für Kinder kochen:

1. Es darf Gemüse drin sein!
Ihr müsst nicht auf Gemüse verzichten- Ihr müsst es nur gut verstecken 😀
(Beim heutigen Rezept empfehle ich euch beispielsweise, die Soße zu pürieren)
Wenn das Gemüse nicht zu sehen ist, schmeckt es den meisten Kinder auch!

2. Der Name machts
Ansonsten hilft es auch, dem Gericht einen einfallsreichen Namen zu geben.
So ist zum Beispiel die Fußballsuppe (Zucchinicremesuppe mit Backerbsen)
oft ein richtiger ‚Renner‘ bei Kindern und wird gerne gegessen.

3. Kinder wollen helfen
Die meisten Kinder helfen gerne beim kochen. Und oft probieren Kinder eher neues oder ungewohntes Essen, wenn sie bei der Zubereitung mithelfen durften!

4. Wer die Wahl hat…
Kinder sind glücklich, wenn sie entscheiden dürfen, was sie essen möchten.
Damit meine ich nicht, dass man die Kinder jedes Mal entscheiden lässt,
was man kocht, sondern das man bei Gemüse oder Salat Auswahl schafft.
Wenn Kinder entscheiden dürfen, ob sie Gurken- oder Tomatensalat möchten
oder auch aus einem gemischten Salat nur ein Element ‚rausfischen‘ dürfen,
dann sind sie eher bereit, Gemüse zu Essen und das ganz ohne Druck.
Am liebsten würden die Kinder täglich ihr Essen von einem Bufett auswählen-
Dass das nicht geht ist klar! Aber so ab und zu ist das natürlich toll!
Und schön ist auch, wenn Kinder in regelmäßigen Abständen entscheiden dürfen,
was an einem bestimmten Tag (am besten gemeinsam) gekocht wird!

5. Gemeinsam essen
In der Gruppe essen Kinder manche Dinge eher, als zu Hause bei den Eltern.
Das ist ganz normal und gehört dazu 🙂
Es kann aber auch sein, dass ein Kind mäkelt und sich andere anstecken lassen.
Trotzdem:
An einem schön gedeckten Tisch, bei entspannter Atmosphäre und Gesprächen isst jedes Kind lieber ausgiebig und mehr, als schnell und alleine.
Deshalb nehmt euch die Zeit, mit euren Kindern zu Essen!

6. Der Joker
Oder: Nicht alles muss probiert werden!
Ich persönlich finde es super, wenn Kinder dazu angehalten werden, zu probieren!
Im Kindergarten hat sich der Probierlöffel bewährt.
Die Kinder bekommen auf einen Löffel (sauber getrennt vom restlichen Essen!)
eine kleine Probierportion und können dann entscheiden, ob sie mehr möchten.
Es gibt aber Dinge, die Kinder partout nicht mögen.
Warum sollen sie die wieder und wieder probieren?
Eine gute Möglichkeit ist da der Joker für 2-3 Dinge, die Kinder nicht mögen.
Wenn sich ‚Emil‘ im Gespräch entscheidet, seinen Joker für Spinat, Zucchini
und Kartoffeln einzusetzen, dann muss er diese 3 Dinge nicht mehr probieren.
Das entspannt die Essensituation sehr weil ganz klar ist,
dass Emil diese Dinge nicht mehr probieren muss, dafür alles Andere!

7. Rohkost statt Salat oder gegartem Gemüse
Viele Kinder essen lieber rohes Gemüse. Warum nicht einfach alternativ
immer ein paar Gemüsesticks anbieten und so das ‚Theater‘ zu verringern?
Damit erspart man sich und dem Kind viel Stress und hat doch, was man möchte.
Das Kind isst Gemüse!

Wenn ihr noch andere Tipps habt, dürft ihr mir gerne schreiben!

Und jetzt zum Rezept…
(Sorry, ich hab leider kein besseres Bild!)
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Spaghetti mit Fleischbällchen in Tomatensoße
( für vier Personen)

Zutaten:
500 g Spaghetti
1 Zwiebel
3 große Möhren
3 Stangen Staudensellerie
etwas Öl
100 ml Gemüsebrühe
1 Dose stückige Tomaten
Salz, Pfeffer und Curry
500 g Fleischkäsbrät
frischer Basilikum

Zubereitung:
Die Spaghetti nach Packungsanweisung kochen.
Die Zwiebel schälen und fein würfeln.
Die Karotte schälen, der Länge nach vierteln und in feine Scheibchen schneiden.
Staudensellerie ebenfalls waschen und fein schneiden.
Das Gemüse in etwas Öl gut anbraten, wenn es bissfest ist, Gemüsebrühe zugeben.
Die Tomaten dazu und die Sauce gut würzen.
Wenn Kinder mitessen, dann die Sauce fein pürieren 🙂
Jetzt die Hände mit warmem Wasser anfeuchten und das Brät zu Kugeln formen.
Die geformten Kugeln dierekt in die Sauce geben.
Die Hände zwischendurch immer wieder waschen und anfeuchten.
Wenn alles Brät verbraucht ist, die Sauce kurz köcheln lassen- Fertig!

Wünsch euch einen schönen, sonnigen Herbsttag und ein tolles Wochenende!
Judith

Endstation Couch

Es ist Sonntagabend, acht Uhr und wo findet man mich heute?
Auf der Couch 😀
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Nebst Unterhaltung- Die Wiederholung von ‚Das große Backen‘-
gibts natürlich etwas couchtaugliches und leckeres zum Naschen!
Heute ist das mein aller-, allerliebstes süßes Gericht.
Und beim Essen kann man sich herrlich auf eine Almhütte
inmitten von schneebedeckten Bergen träumen.
Aber bevor diese Träume Wirklichkeit werden,
lasst uns erstmal den Herbst genießen!
Und herrlichen, karamellisierten Kaiserschmarrn
mit tollem Apel-Birnen-Kompott mit Gewürzen ❤
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Kaiserschmarrn mit Apfel-Birnen-Kompott

Zutaten:
4 Äpfel
2 Birnen
1 Zimtstange
2 Kardamonkapseln
1 Sternanis
5 Zimtblüten
1 Vanilleschote
4 Eßlöffel Amaretto

6 Eier
etwas gemahlene Vanille
1 gehäufter Eßlöffel Zucker
1 Prise Salz
250 g Mehl
500 ml Milch
50 g zerlassene Butter
4 Eßlöffel Zucker zum karamellisieren

Zubereitung:
Die Äpfel und Birnen waschen, schälen und grob würfeln.
Gewürze in einen Teefilter geben, Vanilleschote aufschneiden
und zusammen mit dem Amaretto und 4 Eßlöffel Wasser
in den Topf geben und die Äpfel darin köcheln lassen.

Für den Kaiserschmarrn die Eier trennen.
Die Eigelb, zusammen mit einem Eßlöfel Zucker, Vanillepulver und Salz
mit dem Rührgerät weißschaumig auschlagen.
Dann abwechselnd Mehl und Milch zugeben.
Zuletzt kommt noch die geschmolzene Butter dazu.
Diese Masse nun beiseite stellen.
Jetzt wird das Eiweiß steif geschlagen und vorsichtig untergezogen.

Eine Pfanne auf den Herd stellen und ein Stück Butter schmelzen.
1/4 des Teiges in die Pfanne geben (etwa 1 cm hoch)
und von der einen Seite richtig schön goldgelb anbraten.
Den Schmarrn vierteln, wenden und von der anderen Seite anbraten.
Jetzt den Schmarrn in kleine Stücke reißen und einen Löffel Zucker zugeben.
Wenn der Zucker karamellisiert ist ist der Schmarrn fertig.

Auf einem Teller schön anrichten, das Kompott dazu- Fertig!

Ich wünsch euch einen schönen Abend!
Startet gut in die neue Woche 🙂
Judith