Geschenkte Augenblicke

Es gibt so viele Zitate oder Redensarten, von denen man denkt:
„Ja genau, das stimmt!“
Aber in der Realität ist das alles dann doch nicht so einfach…
Das Wissen allein reicht eben nicht- Man muss es auch umsetzen!

Ein solches Zitat ist beispielsweise
Verweile nicht in der Vergangenheit,
träume nicht von der Zukunft-
Konzentiere Dich auf den Augenblick!
Das ist übrigens, etwas anders formuliert, eins meiner Lieblingszitate.
Vergangenheit ist Geschichte,
die Zukunft ein Geheimnis
aber jeder Augenblick ist ein Geschenk!

Wie leicht zitiert man Zitate oder Redewendungen,
aber wie oft wendet man(n und frau) sie dann tatsächlich an?

Auch wenn ich genau weiß, dass jeder Augenblick ein riesiges Geschenk ist
und es keine Selbstverständlichkeit ist, gesund zu sein, in Frieden zu leben,
alles zu haben, was man zum Leben braucht und sogar noch viel mehr,
vergesse ich sooooo oft, dafür dankbar zu sein und die Augenblicke zu genießen…

Wie es wohl wäre, wenn wir es schaffen würden, jeden Moment zu genießen?
Wenn wir in Schwierigkeiten Chancen sehen,
uns nicht von äußeren Umständen aus der Ruhe bringen
oder von der Meinung Anderer unter Druck setzen lassen würden?
Wie unser Leben dann wohl wäre?

Da fällt mir die Geschichte von dem alten Mann und den Bohnen ein…
Kennt ihr die? Wenn nicht, wird es Zeit!

Der Mann mit den Bohnen
Als der alte Mann gefragt wurde, warum er so zufrieden und fröhlich sei, berichtete er nach kurzem Zögern von einer alten Gewohnheit. Er verließ sein Haus nie ohne eine Handvoll Bohnen in seine Tasche zu stecken. Das tat er nicht etwa, um sie zu kauen, oder damit um sich zu schmeißen, sondern um die schönen Momente des Tages bewusster wahrzunehmen und sie besser zählen zu können. Für jede noch so kleine Situation, die ihn erfreute, ließ er eine Bohne von der rechten in die linke Tasche wandern. Das waren zum Beispiel: Ein freundliches „Guten Morgen“, eine spannende Diskussion mit seinem Neffen über den Sinn der Hausaufgaben, ein besonders schön gelungenes Stück seiner Schreinerarbeiten oder das herzhafte Lachen seiner Frau oder das leckere Mittagessen. Abends legte er die Bohnen seiner linken Tasche vor sich hin und zählte sie. Er führte sich dabei jede einzelne Situation noch einmal vor seine inneren Augen, freute sich, genoss sie ausführlich und nahm sie tief in sich auf. Zum Schluss meinte er: Diese unzähligen Freuden von Gott hätten ihm Kraft gegeben, all die schwierigen und schweren Stunden seines Lebens durchzustehen, daraus zu lernen – und sie dann loszulassen.

Vielleicht sollten wir alle auch mal eine Handvoll Bohnen einstecken…
Wovon wir wohl am Ende des Tages berichten würden?
Vielleicht davon, dass wir ausschlafen konnten, gesund sind, von leckerem Müsli mit frischem Obst zum Frühstück, von einem Weg zur Arbeit ohne Stau, von einem Kind, dass zum ersten Mal alleine seine Jacke angezogen hat, von tollen Kollegen, einem gelungenen Fest, von strahlenden Kinderaugen, einem von Herzen kommenden ‚Ich hab Dich lieb!‘, von strahlendem Sonnenschein, einer Karte von einem lieben Menschen, einer gemütlichen Couch, einem warmen Bett, einem schönen Nachmittag mit Nichten und Neffen…
Und mit Sicherheit gäbe es noch viel mehr!

Heute würde ich euch auf jeden Fall von einem leckeren Essen berichten,
von einem richtigen ‚Sonntagsessen‘!
Und von einem Zitat, das mir beim Kochen in den Sinn kam
und das der Anlass zu diesem Blogbeitrag war.

Die Geschichte dazu muss ich euch erzählen, damit ihr mich besser versteht…
Am Freitag nach dem Laternenfest in ‚meiner‘ Kita war ich noch einkaufen.
Beim Metzger gab es Rindergulasch im Angebot
und ich hab kurzerhand welches mitgenommen und beschlossen,
am Samstag für Sonntag Gulasch vorzukochen!
Also wanderte nicht nur das Fleisch in den Korb,
sondern auch noch Karotten, Champignons und Spätzlemehl.
Alles andere, was für mein Sonntagsessen nötig war, hatte ich zu Hause.
Am Samstagabend machte ich mich also ans Werk.
Zwiebeln schälen, grob schneiden, die Karotten ebenso.
Zwiebeln anbraten, Fleisch dazu, Karotten auch.
Tomaten abziehen, zugeben, kurz mitbraten, Wasser drüber…
Und jetzt warten. Lange warten.
Denn: „Gut Ding will Weile haben!“
Das Gulasch stand also auf dem Herd und sollte die Zeit bekommen,
die ein gutes Gulasch eben braucht!
Es köchelte so vor sich hin und fing an, wunderbar zu duften…
Mir lief das Wasser im Mund zusammen!
Nach etwa zwei Stunden Kochzeit hab ich es nicht mehr ausgehalten!
Ich hab die Karotten aus der Soße gefischt und gegessen.
Dann hab ich kurzerhand neue Karotten geschält und sie in die Soße gegeben 😀
Gut Ding will Weile haben…
Wieder eine Redewendung, die leichter gesagt als umgesetzt ist…
Auch wenn beim Essen heute bewiesen wurde, dass sie stimmt!
Gut Ding (= Gulasch) will Weile haben (= mindestens vier Stunden Kochzeit)!

Auf das Foto und ein Rezept lass ich euch aber nicht mehr warten…
Das folgt jetzt!

IMG_3118

Rindsgulasch

Zutaten:
Butterschmalz
4 Zwiebeln (große!)
500 g Rindergulasch
5 große Karotten
6 Tomaten
1 Eßlöffel Tomatenmark
1 gehäufter Teelöffel rosenscharfes Paprikapulver
1 gehäufter Teelöffel edelsüßes Paprikapulver
150 ml Rotwein
Salz und Pfeffer
1 gehäufter Teelöffel Majoran
300 g braune Champignons

Zubereitung:
Butterschmalz in einem Topf zerlassen.
Zwiebeln schälen, grob schneiden und darin anbraten, bis sie braun werden,
dann das Fleisch zugeben und ebenfalls gut anbraten!
Die Karotten schälen und in grobe Stücke schneiden (aus einer Karotte 3)
und auch in den Topf zu Zwiebeln und Fleisch geben.
Tomaten kreuzförmig einschneiden und mit kochendem Wasser übergießen.
Haut abziehen, die Tomaten halbieren und auch in den Topf geben.
Eine Kanne mit Wasser und den Rotwein bereitstellen.
Wenn alles gut angebraten ist, Tomatenmark und Paprikapulver zugeben.
Gut umrühren und dann sofort mit Wasser und Rotwein ablöschen.
Die Flüssigkeit sollte die Gemüse und Fleischstücke nicht nur bedecken,
sonder es sollte noch etwas mehr Flüssigkeit sein!
Mit Salz, Pfeffer und Majoran würzen.
Nun ist Warten angesagt!
Bei geschlossenem Deckel warten, bis das Gulasch kocht,
dann die Temperatur zurückstellen und das Gulasch köcheln lassen.
Wenn die Karotten weich sind, könnt ihr sie herausnehmen
und beiseite legen, damit sie später kleingeschnitten
und wieder ins Gulasch gegeben werden können!
Das Gulasch wird nun etwa dreieinhalb Stunden gekocht,
dann kommen die gesäuberten und geviertelten Champignons dazu.
Eine weitere Stunde kochen, abschmecken und fertig!
Eingedickt werden muss die Soße nicht,
denn durch die lange Kochzeit wird sie wunderbar sämig.

Ich sag euch, das Warten und lange kochen lassen lohnt sich!
Das Gulasch schmeckt fantastisch!
Dazu passen Spätzle, Bandnudeln oder Knödel.
Übrigens, wer ein Spätzlerezept sucht, findet es hier:
https://wirbelinmeinerkueche.wordpress.com/2015/09/19/heut-gibts-spaetzle-schaetzle/

Habt einen schönen Sonntag!
Judith

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